Suchen Sie was bestimmtes?
15.08.2019
13.August 2019

Vor 58 Jahren, es war ein angenehmes Sommerwetter an diesem Sonntag im August, saß ich vor dem Radio und hörte die Freiheitsglocke vom Rathaus Schöneberg im RIAS Berlin verbunden mit dem Freiheitsschwur:

„Ich glaube an die Unantastbarkeit und die Würde jedes einzelnen Menschen. Ich glaube das allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde.                                                                      Ich verspreche jeden Angriff auf die Freiheit und der Tyrannei Widerstand zu leisten wo auch immer sie auftreten möge.“

Nie ging dieses Freiheitsbekenntnis mehr unter die Haut als an diesem Tag.28 Jahre später wurde dieses Bekenntnis durch die friedliche Revolution der Menschen in der DDR verwirklicht.

Aber wie sieht es jetzt – dreißig Jahre nach dem Mauerfall – aus?                    Der gesellschaftliche Zusammenhalt gilt als Ausdruck eines intakten und solidarischen Gemeinwesens. In diesem Sinn gilt gesellschaftlicher Zusammenhalt als wünschenswerte Qualität, die dazu beiträgt, eine Gesellschaft lebenswert und zukunftsfähig zu machen. Tatsächlich sind moderne westliche Gesellschaften mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, die als Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt erscheinen: Globalisierung und Digitalisierung, wachsende Ungleichheit, Einwanderung und eine zunehmende kulturelle, religiöse und ethnische Diversität sowie nicht zuletzt der Aufstieg von Populisten und die damit zusammenhängende Krise der liberalen Demokratien.

Umso wichtiger ist es, Veränderungen des Zusammenhalts und die Ursachen sowie Auswirkungen zu verstehen, um „gute“, den Zusammenhalt fördernde gesellschaftspolitische Entscheidungen treffen zu können. Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht von allein und kann auch nicht in allen Bereichen verordnet werden, aber einige Rahmenbedingungen lassen sich durchaus aktiv gestalten. Er setzt stabile und vertrauensvolle Beziehungen zwischen unterschiedlichen Menschen, Gruppen und Organisationen voraus. Eine Gesellschaft, die nicht mehr miteinander spricht, verlernt auch, konstruktiv miteinander zu streiten. Andere Meinungen werden nicht selten vorschnell herabgewürdigt – oder schlicht ignoriert. Letztlich wird sich eine solche Gesellschaft schwertun, sich noch als Einheit zu begreifen, solidarisch zu sein, mit anderen Worten: zusammenzuhalten.                                                                                                                       Ein starkes demokratisches Gemeinwesen ist der Grundstein für ein gutes Miteinander und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt aller Menschen in Brandenburg, daher wollen wir auch das Ehrenamt weiter stärken, denn die Gesellschaft lebt vom Mitmachen.                      Der Zusammenhalt der Gesellschaft – Jung und Alt, Stadt und Land, Ost und West – ist wichtig.                                                               Immer deutlicher werden in unserer Gesellschaft Symptome sichtbar, welche die Frage nach dem inneren Zusammenhalt aufwerfen: zunehmende Polarisierung der Gesellschaft, Verrohung der Sprache, anhaltend hohe Virulenz von Antisemitismus und Verschwörungserzählungen etc.                                                 Gesellschaftlicher Zusammenhalt lässt sich als Qualität des gemeinschaftlichen Miteinanders definieren. Dafür müssen wir bereit sein und uns einzusetzen, für ein friedliches und respektvolles Miteinander.

 

Bilderserie